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"Braunschweig: Halb Schwein, halb Bär, halb Mann "
Eventdatum: 10.04.2010
Konzert-Bericht:

?Ich hab eigentlich gar keinen Bock mehr?, sagte ich angespannt und ließ meinen Kopf auf den Tisch fallen. Max, Ecki und Rebecca schienen auch mal fröhlicher gewesen zu sein. Das mag wohl an dem bevorstehenden Abitur liegen und auch daran, dass man sich schon oft zum Lernen getroffen hatte. Mal abgesehen davon, dass ein bärtiger Mann immerzu unsere Arbeit mit einem ?Pscht!? unterbrechen musste. Eine Bücherei ist halt mehr ein stilles Örtchen. Trotz allem hat es ohne Ende genervt, aber es sollte bald nicht mehr weit hin sein?ja, bald würde ich einen leckeren Cocktail , welcher aus vielen seltsamen Substanzen zusammengebraut ist, zu mir nehmen.
Aber ich hatte noch ordentlich zu tun: Da ich keinerlei Ahnung hatte, wie man in Braunschweig bestimmte Ortschaften ausfindig macht, musste ich natürlich über das Internet ein paar Infos sammeln. Und ob (ein anderer) Tobi auch noch mitkommen kann, wusste ich genau so wenig. Mal abgesehen davon, dass ich noch die Hin- und Rückfahrt organisieren muss. Ohje ohje, ich habe noch ordentlich zu tun?
Den Rucksack in die Ecke werfend stehe ich in meinem (wieder) chaotischen Zimmer und weiß noch nicht wirklich, was zu tun sei. Darum beschloss ich, wie eine Frau zu denken: ALLES AUF EINMAL! Ich rief Tobi mehrere Male an, suchte dabei nach Stadtkarten für Braunschweig und fragte bei Freunden, wie Ecki oder Firat nach, ob sie das Nachttaxi für uns spielen könnten. Komischerweise hat diese Frauen-Strategie tatsächlich funktioniert und bevor wir uns versahen, saßen wir bereits im Zug in Richtung Braunschweig.
Die ersten Häuser waren aus den Fenstern zu sehen und ich freute mich, wie ein kleiner Schuljunge in einem Süßwarengeschäft: Braunschweig ist eine verdammt geile und auch sehr schöne Stadt, die ich immer wieder gerne besuche. Was allerdings weniger schön war, war die Tatsache, dass ich für die hiesigen Bahnhofstoiletten (Die Finanzkrise lässt an der Stelle übrigens grüßen) bezahlen musste. Das hatte zur Folge, dass wir auf dem Weg zur Schweinebärmann-Bar (Ja, die heißt echt so) einen Park vorfanden, der von mir fleißig markiert wurde(Und wie es üblich ist: Die Aufmerksamkeit anderer (bewußt) erregend?). Hach, war das befreiend?
?Ähm, also ihr wollt DA hin? Aber ihr steht ungefähr?.da?. Der Finger des Passanten zeigte weit über die Karte hinaus, als wir nach der ?Langen Straße? fragten. Wir sind also voll an der Bar vorbei gelaufen und haben es nicht einmal gemerkt?großartig. Das war alles natürlich nicht meine Schuld. Das war die Weltfinanzkrise. Ehrlich! Naja, wenigstens baue ich ein wenig meinen Bierbauch ab, den ich mit der köstlichen 29-Cent-Plörre namens ?Adelskrone? aus einer Pet-Flasche fütterte. Dafür, dass es auf einer billigen Plastikflasche kommt und dazu noch unglaublich billig ist, war das Bier ein Genuss. Selbst mein Bier ablehnender Kumpane fand das Sumpfwasser ziemlich gut. Sehr schön, bis jetzt hat sich die Fahrt vollständig ausgezahlt!



Die Knöpfe an meinem Hosenstall zumachend und vor Erleichterung schwer und übertrieben stöhnend, gehen wir wieder zum Haupteingang, an dem wir schon ein wenig warteten. Gott, hat das gut getan?das letzte Mal, als ich so dermaßen Wasser lassen musste, war das Force Attack 2008. Das war echt knapp. Natürlich traf man ein paar Punks aus Wolfsburg, die man nach langer Zeit (Und einem Promillewert, weit über der eigenen Schuhgröße) trotzdem wiedererkannte. Tja, Leute, die man mit dem Auto einmal mitgenommen hat, vergisst man nie wieder. Noch immer in den Gedanken pinkelnd, bekam ich nicht mit, dass sich die Tür zur Bar endlich öffnete und der Eintritt freigegeben wurde. Juhu, wurde auch endlich mal Zeit!
Die Bar sah sehr nett aus und hatte meine anfängliche Angst weggepustet. Ich erinnerte mich bei dem Wort ?Bar? immerzu an das ?Römer? in Bremen, wo echt verdammt wenig Platz war. Jedoch gab es noch eine nette Tür, die zu einem größeren Saal führte. Wir mussten nicht einmal lange warten und auf dem dreckigen Teppich verharren, als die erste Band aus Wolfsburg die Bühne betrat, die, wie uns beiden auffiel, nur Linkshänder (Zumindest an den Gitarreninstrumenten) unterhielt.



Zu der Band ?Volker Putt? habe ich eigentlich auch immer Frosti, den Sänger der Ex-Wolfsburger-Hardcore-Band ?Machtkampf?, gezählt. Er sollte doch eigentlich auch anwesend sein. ?Wo ist er bloß??, dachte ich. Schade, entweder ist er krank oder hatte einfach keine Zeit für heute. Jedoch dämpfte das die Musik der Band nicht, die ich zum ersten Mal von Anfang bis Ende sehen konnte, um mir endlich ein klares Bild von ihr machen zu können. Komischerweise passierte jedes Mal, als ich mir die Band genauer ansehen wollte, irgendwas. Aber diesmal nicht, Freund?sche!
Die Stimme, die der Sänger beim Singen und bei Ansprachen genutzt hat, hat mich total fasziniert. Bei den Ansprachen hat er eine recht ?normale? Stimme, welche er aber bei den Liedern total zu vergessen scheint. Denn ab da wandelt sie sich zu einer tiefen, fast gröhlenden Stimme, die der Band ihre Härte verleiht. Auch der Spielstil war krass ohne Ende: Besonders der Bassist hat sein Saiteninstrument mit Schnelligkeit und Härte gequält, was aber verdammt geil klang. Schön böse, schön laut und verdammt tief gestimmt. Genau so, wie die Base-Drum, muss auch der Bass wie ein ? wie ich es nenne ? ?Tritt durch das Herz? klingen. Auch die Gitarrenriffs des Sängers hatten sehr schöne Klänge, die mal verdammt hart und dann wieder richtig melodisch wurden. Man merkt von alleine schon: Die Band ist facettenreich ohne Ende, aber auch nur, wenn man etwas genauer hinschaut. Denn zugegebenermaßen waren sie bei den ersten Konzerten, wo ich sie begutachten durfte, eher ?monoton? gehalten. Allerdings durfte ich diese Sichtweise durch ein KOMPLETTES Konzert endlich ablegen. Hurra, machet die Biere auf!
Die Texte waren auch ganz ok, die von Verzweiflung, Politik oder Bier (Das gehört einfach dazu!) handelten. Dies hatte den Running-Gag zu Folge, dass bei jedem Lied oder jeder Ansprache noch irgendwo ein ?Prost? als Parole folgte, die sich durch die Fans immer weiter im Konzert bemerkbar machen sollte. Jedoch wurden nicht nur eigene Texte und Lieder ausgepackt: Denn es kam eine Abänderung des Liedes ?BSG/GSG? von The Buttocks und das Lied ?Ordinäre Liebe? von Toxoplasma. Damit hatten sie eine überraschende und vor allem sehr geile Show abgelegt, da sie auch alt eingesessene Punker angesprochen hat. Fett! Besonders ?Ordinäre Liebe? konnte ich wunderbar nachgröhlen, weil es von Toxoplasma ein bevorzugtes Lied meinerseits war. Ich habe es nur begrüßen können.



Etwas verzögernd kamen dann auch noch Nullbock auf die Bühne, welche aber noch technische Schwierigkeiten bekamen und dazu aufriefen, nochmal pinkeln zu gehen und sich eine Pulle Bier zu schnappen. Sehr gute Idee! Doch letztendlich und nach ellenlanger Wartezeit kamen die 4 Herren aus Salzgitter auf die Bühne und spielten sowohl mir sehr wohl bekannte Songs, als auch sehr gute (mir)unbekannte Songs. Außerdem geizten die Salzgitteraner nicht mit Humor und Witz und brachten ihre Texte ein klein wenig verändert vor, indem sie diese dem heutigen Abend anpassten. Das größte Highlight der Band war wohl die Cover-Version von ?Wünsch dir was?, was eigentlich ein Lied der Toten Hosen ist. Auf einmal brach ein Chor von mitsingenden Fans los und die kleine Halle tobte vor Stimmung. Der Song erinnerte mich an ein anderen Konzertbesuch in Braunschweig, wo sie dieses Lied ebenfalls spielten. Die Atmosphäre war geladen ohne Ende!



Der perfekte Stimmungsmacher, bevor es mit Dritte Wahl härter zugehen sollte. Denn Nullbock sind weniger für harte Musik bekannt, als für lustige und fröhliche Liebes- und Lebensmusik. Abgerundet wurde das ganze durch das fröhliche Rumgehüpfe der Bandmitglieder, welche an kleine Häschen erinnerten, die sich gnadenlos mit LSD und Ecstasy vollgepumpt hatten. Teilweise wurde es hochakrobatisch, indem der Sänger sein Saiteninstrument ablegte und den Berg ?Mount Musikbox? bestieg, von dem er enthusiastisch auf die Bühne sprang. Holla!
Mit sonstigen Liedern, wie ?Punkrock Lovesong? oder ?Hey, Vickie? hatten sie stets eine fröhliche Miene aufgelegt. Es handelte von Liebe. Süß. Als dann der Song ?Mein Leben ist Geschichte? angestimmt wurde, wurde die Atmosphäre schlagartig härter. Das Geschreie vom Bassisten wurde noch etwas lauter, die Instrumente klangen auf einmal bösartig und ließen die Sonnenschein-Band ein bisschen wolkiger aussehen (Mit Gewittern). Eine sehr schöne Mischung aus ernster Musik und vor allem sehr guter Laun, obwohl dieser Spielstil vom eigentlichen Stil der Band weeeeeit weit abwich. Aber wen störts schon?



Nochmal saufe ich wie ein durstiges Kälbchen aus dem Waschbecken und klatschte mir das kühle Nass auf die Haut, als Nullbock die Instrumente weglegten und begannen abzubauen. Denn ich wusste, was mich gleich erwarten würde: Pogo, Hitze und Erschöpfung ohne Ende! Also, auf geht?s! Aber vorerst noch ein Schlückchen trinken?



Gespannt warte ich auf den Anfang, inmitten der ganzen Leute. Die Band probt nochmal ihre Instrumente auf der Bühne und wollen loslegen?die Spannung in mir baut sich langsam auf. Doch als es losging, wunderte ich mich: Keine Blutpogo-Mobs? Keine toten Leute auf dem Boden? Keine halbnackten Punker? Ich fragte mich, was los gewesen war. Die Pogomassen von Dritte Wahl hatte ich doch ganz anders, viel größer und viel härter in Erinnerung?bricht die Rentner-Zeit in den Zuschauer-Reihen etwa schon an? Ich schaute mich ängstlich um, ob ich doch nicht die ein oder andere Gehhilfe übersehen habe?



Doch als das dritte Lied endlich angespielt wurde, löste sich die Starrheit aus den Leuten und es begannen sich pogende und tanzende Menschen zu bilden. So habe ich das gern! Rumhüpfend, fast um sich schlagend und mitgröhlend bewegte ich mich mitten im kleinen Pogokreis umher. Natürlich wurden alte Klassiker, wie ?Greif ein?, ?Tobias? oder ?So wie ihr seid? gespielt, aber es wurden auch viele neue und besonders alte Lieder ausgepackt. Es war wirklich ein sehr bunter Mix, quer durch die 20-Jahres-Geschichte der Band. Kein Album wurde ausgelassen (Besonders die Live-Alben! Hach, was bin ich witzig!). Außerdem wurden Lieder, wie ?Rausch? oder ?Melodien für Melonen? in einem ganz anderen Stil gespielt, was das ganze noch verdammt abwechslungsreich, aber trotzdem verdammt rockig gemacht hat, obwohl es entweder recht ?ruhig? oder sogar ziemlich ?klassisch? eingeleitet wurde. Diese war jedoch nur die Ruhe vor dem Sturm, bevor das Gitarrengewitter überraschenderweise einsetzte. Es entstand ein Kochtopf voller (für normale Menschen) ekelhafter Flüssigkeiten (Der Nachgeschmack kam erst nach dem Konzert), dessen ich mir aber niemals richtig bewußt wurde. Denn Zeit zu ?denken? gab es nicht wirklich, denn dazu war alles viel zu schnell, viel zu laut und auch viel zu stickig. O2 gab es auf der Tanzfläche genau so viel, wie im Weltall. Also nichts.
Wie ein Spielball war man mitten drin gefangen. Bunte Haare, keine Haare, Achselhaare. Alles war vertreten?und das Adrenalin machte mich nur noch wilder (Ja, Achselhaare machen mich ziemlich an). Blöderweise ? und wie sollte ich es auch sein ? schaffte ich es durch mein rumspringen und aufstampfen auf dem nassen Boden auszurutschen und mich auf die feinste Art und Weise aufs Fressbrett zu packen. Das hat von außen gesehen sicher total dämlich ausgesehen, weshalb ich mich auf dem Boden nochmal kräftig totlachen musste, während man mich hochhieven musste. Im Laufe der Zeit machte man die ein oder andere Bekanntschaft, man feierte, sang, rauchte, soff miteinander, ohne auch nur einen Gedanken an schlechtes zu verschwenden.



Zum Glück spielten die drei Herren aus Rostock wieder ein paar Zugaben, was eine sehr feine Sache war. Es wurden nochmal mehr als ein halbes Dutzend Lieder oben drauf gepackt auf das leckere Konzert-Sandwich (Nicht die Körperflüssigkeiten vergessen!). Meine Kraft begann sich bei dem ein oder anderen Lied auf der Kraft-Skala wieder zu erholen. Auf -7. Doch das Lied ?Kein Wort? war das deutlichste aller Zeichen: ?Doch jetzt müsst IHR schon wieder gehen!? (Zuschauer-Gesang). Die Musik neigte sich dem Ende zu. Alle blickten nochmal erschöpft und total kaputt auf den Bassisten, welcher langsamer und langsamer das Konzertende einspielte, bis es endgültig mit dem Schlagzeuger verstummte.
Mann, war das eine Schlacht! Bedauerlicherweise kappten sich die Kontakte, die man beim Konzert geschlossen hatte, beim Abgang aus dem Konzert, was wohl zu einer weniger gut gelaunten Stimmung führte. Im Nachhinein (und vor allem nüchtern) betrachtet hätte man noch einiges unternehmen können, aber leider war die Mitfahrgelegenheit zeitlich begrenzt?Scheisse! Frustriert zog man ab.
Später, als ich nach dem Konzert langsam zur Besinnung kam, bemerkte ich, wie nass und blutig mein T-Shirt war. Ich weiß nicht, von WO es herkam und ich wollte es auch (eigentlich) nicht wirklich wissen. Ich weiß nur, dass es mein Blut nicht war?naja, das hoffe ich zumindest. Somit latschten wir zu zweit in Richtung des Hauptbahnhofs, um auf unsere Fahrgelegenheit zu warten?ein letztes Mal drehte ich mich zur Stadt um, stieß einen Seufzer aus, stieg in das Auto ein und fiel einfach in mich zusammen.
Braunschweig, DANKE für diesen genialen und tollen Abend! Bald auf ein neues! Prost!



Achja, Adelskrone ist ziemlich gut. Gar nicht mal so schlecht für 29-Cent-Plörre.

In dem Sinne: PROST!
Hits: 4962
Dieser Konzertbericht wurde geschrieben von: ChaosZx2

    
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